08.12.2023

Willkommen im Klimaquartier!

FOCUS online über die Neue Weststadt

Prof ES West

FOCUS online

Worum geht's?

Willkommen im Klimaquartier! Wer hier wohnt, hat traumhafte Nebenkosten


FOCUS online hat einen Beitrag über ein Interview mit Prof. Fisch und einem Bewohner der Neuen Weststadt veröffentlicht.

Hier geht es direkt zum vollständigen Beitrag.

Bauen und Wohnen erzeugen riesige CO2-Mengen. Wie sich Energie und Emissionen durch innovative Technologie verringern lassen, enthüllt ein Städtebauprojekt in Esslingen: das Klimaquartier.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Zuhause von Bircan Bayer nicht von herkömmlichen Neubauwohnungen: Achtzig Quadratmeter, drei helle Räume, Bad und Küche. Doch Bayer lebt seit vergangenem Sommer in einem bundesweiten Vorzeigeprojekt. Dessen Geheimnis befindet sich über und unter ihm – auf dem Dach und im Keller. [...]

Täglich mit der Wohnung das Klima retten

Die Dächer der drei fertigen Wohneinheiten sind mit Solarmodulen gepflastert. Sie sorgen für die Stromversorgung des Viertels. In zwei Wohnblöcken werden Biomethan-Blockheizkraftwerke betrieben, die effizient Strom und Wärme erzeugen. In Bircan Bayers Kellerräumen steht hingegen ein sogenannter Elektrolyseur, der überschüssigen Strom vom Dach und aus erneuerbarer Windenergie aus der Umgebung in grünen Wasserstoff umwandelt.

Die Abwärme aus dem Prozess wird genutzt, um Wohnungen zu heizen. Auch die Hochschule, die in der „Neuen Weststadt“ heranwächst, wird Sonnenenergie einspeisen und im Austausch mit Wärme versorgt werden.

„Eigentlich bin ich zu alt, um täglich die Welt zu retten“, sagt Manfred Norbert Fisch, Maschinenbauingenieur und treibende Kraft des Projekts. Der 72-Jährige emeritierte Professor, schneeweißes Haar, Polohemd, führt durch sein Quartier. Wir konnten die Emissionen pro Bewohner auf weniger als eine Tonne CO2 im Jahr reduzieren“, erklärt er. „Und einen großen Teil des Energiebedarfs direkt vor Ort produzieren.“

[...] „Das ist aber eher eine Übergangslösung“, erklärt Fisch. Er möchte den grünen Wasserstoff aus der „Neuen Weststadt“ stattdessen direkt zu Fabriken und in die LKW-Tanks bekommen. Dabei setzt er auf die Pipeline, die zwischen Stuttgarter Hafen und Esslingen geplant ist. Bis zur Fertigstellung möchte er den Wasserstoff über den Neckar in die Nähe einer Bundestraße leiten, wo eine Tankstelle stehen könnte und Gashändler ihn von dort aus zur Industrie transportieren.

© Titelbild: : Agentur Blumberg / Max Kamps