Hafner Konstanz 3D
KCAP Architects&Planners + Henning Larsen + ARGUS

Projektbeschreibung

Der neue Stadtteil Hafner in Konstanz: klimaneutral und energiewendedienlich

Ausgangslage und Projektziel

Mit dem Stadtteil Hafner entsteht in Konstanz ein zukunftsweisendes Quartier, das nachhaltiges Wachstum ermöglichen soll. Auf einer Fläche von rund 45 Hektar werden etwa 3.200 Wohneinheiten sowie ergänzende Gewerbe-, Dienstleistungs- und Infrastrukturen realisiert. Ziel ist ein Quartier, das klimaneutral und energiewendedienlich entwickelt wird und zugleich Modellcharakter für eine nachhaltige Stadtentwicklung besitzt.

Weiterführende Informationen für einen Einblick in den neuen Stadtteil finden sich auf der Projektseite der Stadt Konstanz.

Mit dem Gemeinderatsbeschluss im Jahr 2016 und dem städtebaulichen Wettbewerb 2018 fiel der Startschuss für das Projekt. Bereits im Zuge des Siegerentwurfs von KCAP beriet EGS-plan die Stadt Konstanz in Fragen des Klimaschutzes, der Klimawandelanpassung und der Energieversorgung. Schon das erste Energiekonzept zeigte, dass die ambitionierten Ziele nur mit entsprechend hoher Planungsqualität erreicht werden können.


Forschung und Konzeptentwicklung

Dieser Impuls und das Verständnis, dass sich zentrale Zukunftsfragen nur integriert lösen lassen, bildeten den Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt Hafner_KliEn. Ziel war es, neue Maßstäbe für eine zukunftsfähige Quartiersversorgung zu entwickeln. Rund 2 Millionen Euro Fördermittel aus dem 7. Energieforschungsprogramm des Bundes ermöglichten die dafür notwendige intensive Bearbeitung zentraler Zukunftsthemen.

Das Forschungsprojekt Hafner_KliEn wurde gemeinsam von siz energieplus, den Stadtwerken Konstanz, der Stadt Konstanz, der HTWG Konstanz und der Universität Konstanz getragen. Über einen Zeitraum von knapp vier Jahren wurde untersucht, wie ein Stadtteil dieser Größenordnung ressourcenschonend gebaut, klimaneutral versorgt und langfristig zukunftsfähig gestaltet werden kann. Im Fokus standen dabei nicht nur die Energieversorgung, sondern auch nachhaltiges Bauen, Mobilität, Klimaanpassung sowie Prozess- und Kommunikationsstrukturen. Ein wesentliches Ziel bestand darin, die angestrebten Qualitäten nicht nur konzeptionell zu definieren, sondern gezielt in die Umsetzung zu überführen.

Ein zentrales Ergebnis des Projekts ist das entwickelte Versorgungskonzept, das auf mehreren aufeinander abgestimmten Bausteinen basiert. Im Rahmen umfassender Variantenvergleiche wurde eine Wärmeversorgung über drei Niedertemperatur-Wärmenetze mit einer Vorlauftemperatur von rund 45 °C in Kombination mit zentralen Außenluft-Wärmepumpen als Vorzugsvariante identifiziert. Diese Lösung verbindet hohe Flexibilität mit wirtschaftlichen Vorteilen und erwies sich gegenüber alternativen Optionen wie Geothermie oder Seewasserwärme als besonders geeignet.

Ergänzt wird das Konzept durch eine hohe lokale Erzeugung erneuerbarer Energie. Photovoltaikanlagen auf Gebäuden sowie auf zwei Freiflächen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Stromversorgung im Quartier und ermöglichen einen hohen Eigenversorgungsgrad. Die Energieinfrastruktur ist dabei systemisch gedacht: Neben der Wärmeversorgung umfasst sie auch Stromspeicher, intelligente Steuerungssysteme und die sektorübergreifende Vernetzung verschiedener Energieanwendungen zu einem integrierten Gesamtsystem.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Reduktion grauer Emissionen im Bau. Ressourcenschonende Bauweisen, insbesondere der Einsatz von Holz und Holz-Hybridkonstruktionen, leisten perspektivisch einen wichtigen Beitrag zur Minderung der Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus der Gebäude hinweg.


Qualitätssicherung in Planung und Umsetzung

Besonders relevant ist dabei nicht nur das technische Konzept, sondern auch die Frage, wie sich ambitionierte Nachhaltigkeitsziele im Planungs- und Umsetzungsprozess langfristig sichern lassen. Genau darin liegt eine zentrale Stärke des Projekts: Fachplanung, Umsetzungsorientierung und Kommunikationsprozesse werden von Beginn an zusammengedacht.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sind in der Abschlussdokumentation veröffentlicht.


Nächster Schritt: Umsetzung des ersten Bauabschnitts

Auf dem Weg in die Umsetzung wurde zu Beginn des Jahres 2026 ein weiterer Meilenstein erreicht: Im Auftrag der Stadtwerke Konstanz und gefördert über die Bundesförderung Effiziente Wärmenetze übernimmt EGS-plan die Planung der Wärmeversorgung für den ersten Bauabschnitt und führt das Projekt gemeinsam mit allen Beteiligten in die nächste Phase.

Konkret umfasst der Leistungsumfang die Planung von sieben Außenluft-Wärmepumpen mit einer Gesamtleistung von rund 3,2 MW, die Auslegung der Trafostation und der Niederspannungshauptverteilung, die MSR-Planung für die Energiezentrale sowie die Planung von rund 220 Hausübergabestationen.

EGS-plan bringt als verlässlicher Partner für Konstanz seine integrale Planungskompetenz und langjährige Erfahrung zu den Prozessen in der nachhaltigen Stadtentwicklung ein, um die formulierten Nachhaltigkeitsziele konsequent vom Papier in die Praxis zu überführen. Wir freuen uns, auch weiterhin Teil der Umsetzungsphase eines Projekts zu sein, das beispielhaft für eine klimaneutrale und energiewendedienliche Quartiersentwicklung steht und wichtige Impulse für zukünftige Stadtentwicklungsprojekte liefert.



Projektdetails

Unsere Leistungen im Bearbeitungszeitraum 2018 - heute

Fläche: rund 45 Hektar
Geplante Wohneinheiten: ca. 3.200
Ziel: klimaneutrales und energiewendedienliches Quartier mit Modellcharakter
Zentrale Bausteine des Versorgungskonzepts: Niedertemperatur-Wärmenetze, zentrale Außenluft-Wärmepumpen, Photovoltaik auf Gebäuden und Freiflächen, Stromspeicher, intelligente Steuerung
Aktueller Stand: Planung der Wärmeversorgung für den ersten Bauabschnitt gestartet
Leistungsumfang EGS-plan: Erstellung Energiekonzept, Planung der Energiezentrale und Hausanschlussstationen im Förderrahmen BEW

Bauherr

Stadt Konstanz und Stadtwerke Konstanz

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